Dienstag, 6. Januar 2015

KLOMUNE: Abschalten oder wo ist der Shitstorm-Button?

Wer heute in der Schweiz in der Migros mit Plastikgeld zahlen wollte, musste nach Hause gehen oder beim nächsten Kartenautomaten einen kleinen "Banküberfall" machen. Auch der Onlineshop war besoffen, ähm, betroffen. 

In einigen Filialen konnte das Problem derweil gelöst werden. Den Rest sehen wir morgen. Was tun, wenn die Migros eines Tages ihre letzten Kassiererinnen entlässt und die Schuldmaschine, sprich der Kreditkartenverkehr, würde gehackt? Dann, spätestens dann, müssen alle zur Sicherheit in den Ar...m gechipt werden (Vorsicht, Satire). 

Dass in der Firma Schweiz einiges faul ist wie in allen anderen Ländern ausser Island, wissen wir schon lange. Und auch, dass Kreditkarten, dieses Plastikgeld, nur die Vorstufe ist zum Chip im Körper. Und just heute hörte ich im Radio von einer Trendforscherin, dass wir in Zukunft den Computer an und in (!) unserem Körper tragen würden. Sogenannte Wearables, tragbare Sachen. Also tragen wir unsere virtuelle, verzerrte Kopie von der Welt mit uns. Wir werden weiter von der wirklichen Welt abgeschnitten, werden permanent mit Informationen überflutet, die uns immer mehr "ausmachen" sollen. Eine, sorry, weil falsches Wort, aber das ist doch eine Schizophrenie, die wir manifestieren und nach aussen tragen im wahrsten Sinne des Wortes! Genau die Gegenrichtung müssten wir aber einschlagen, mal nackig auf einer Wiese liegen. Wie wärs mit Stöpsel raus und echte Vögel hören oder sich einfach mal die Zeit nehmen zum Vögeln, Herrgott noch mal! Aber nein, wir bilden uns stattdessen ein bzw. lassen uns einbilden, irgendwie mit diesem virtuellen "Ich" verwandt, verbunden zu sein. Nein, liebe Leute, mit diesen Wearables sind wir das Gegenteil von "unplugged"*. 

Nun zu einem ernsten Thema, doch das Beste kommt unten, dann werden Sie verstehen, warum ich heute nur noch lache... In Flaach (CH) wurden am 1. Januar zwei tote Kinder gefunden, deren Mutter die Polizei alarmiert hatte. Sie steht unter Verdacht, ihre Kinder getötet zu haben. Die Frau hatte Verletzungen, die sie sich kurz vor Ankunft der Polizei selbst zugefügt hatte. Viele Schweizer, die noch Nachrichten lesen, stehen unter Schock, das behaupte ich mal. Beim Verbrechen, das dem Tod der Kinder vorausgegangen war, handelt es sich um staatlichen Kindsraub, (noch) eine ganz legale Sache. Früher wurden in der Schweiz Babys nach der Geburt von ihren Müttern getrennt, wenn die Mütter als psychisch labil erschienen. Statt zu helfen, trennte man. Da fragt man sich, was an diesem Postnatalen Freiheitsentzug fürsorglich sein sollte. Statt den Frauen echte Hilfe zu leisten, beraubte man sie ihres Kindes. Heute nennt sich diese Behörde KESB (früher: Vormundschaftsbehörde), Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden der Schweiz. 

Diese KESB-Leute, ähnlich hartnäckig und freihändig wie die Jugendämter in Deutschland, haben es "in der Hand", Kinder aus ihren Familien herauszureissen, wenn irgendein Verdacht besteht. Ein Verdacht? "Bei Verdacht: Ruf an!", steht immer auf diesen Plakaten, die Nachbarn zu mobilisieren versuchen, wenn Verdacht besteht, dass beim Nachbarn nebenan eingebrochen wird. Ich sehe da noch etwas anderes drinschwingen, nämlich eine Aufforderung, den Nachbarn zu verpfeifen, wenn er zu laute Musik hört oder, hüstel, die falsche Musik. 

Nunja. Die KESB wurde aktiv, weil die Polizei sie benachrichtigte darüber, dass sie die Eltern ins Gefängnis stecken wird wegen Verdacht auf Internetbetrug. Die Mutter kam später frei, ihre Kinder waren aber im Kinderheim in Zürich. Die Mutter kämpfte nach ihrer Freilassung um ihre Kinder, versprach ihnen im Heim, dass sie nie wieder ins Heim müssen. Und hielt auf tragische Weise dieses Versprechen, indem sie ein Verbrechen begang in den wenigen Tagen, die sie zuletzt mit ihren Kindern verbringen durfte. Nicht einmal die Grosseltern der Kinder wurden als Pflegestelle in Betracht gezogen. Wo kein Verdacht ist, wird einer gesucht. Das ist eine Erfahrung, die viele Eltern mit solchen Behörden machen müssen. 

Der Shitstorm gegen die KESB scheint auszubleiben. Doch es wurde hier und da heftig diskutiert unter den Leuten. Auch Schweizer Twitterer schienen sich endlich auf EIN schweizerisches Thema geeinigt zu haben - wenn auch ein trauriges. Der Kindsraub von Flaach wird die Popularität von Geri Müllers Schwanzfotos niemals übertreffen. Denn wenn das geschähe, bekäme das Gemäuer der Festung Schweiz einen kleinen, aber entscheidenden Riss. Festung Schweiz? Ja, dies ist, wie alle Staaten ausser Island, ein Gefängnis, aus dem niemand herauskommt. Als meine Schwester neulich verreisen wollte und ihr Ausweis abgelaufen war, bekam sie zuerst keinen Termin bei der deutschen Botschaft, weil es sich ihrer Meinung nach nicht um einen Notfall handelte. Die Tickets waren gekauft und die Reise sollte in zwei Wochen losgehen. Ohne Termin beim Konsulat war sie gezwungen, in der Schweiz zu bleiben. Das ist zu viel Macht, die wir abgegeben haben zusammen mit unserer "Stimme". Ich werd heiser! 

Die Taten von Flaach haben Udo Jürgens' Tod überschattet, dieses Jahr der Supertoten. Wir wollten doch gerade Weihnachten feiern, hatten brav gekauft und geputzt. Udo durfte gehen. Diese Kinder mussten gehen. Zwei Menschen sind tot. Zwei Verbrechen wurden begangen. Der eine Verbrecher wird davonkommen. Der andere kommt hinter Gitter, weil die KESB und ihre "Deckfirmen" erneut ein menschliches Drama provoziert haben, wie sie es immer tun mit der Rechnungs-, Desinformations- und Werbeflut, die uns deprogrammiert und hilflos macht.** Mich erinnert der Fall irgendwie an die Hilflosigkeit der Schweizerin, die ihr Neugeborenes getötet hatte, nachdem sie wegen Problemen mit dem Krankenhauspersonal nach Frankreich geflohen war etc. Das muss etwas Archaisches sein. Sklavinnen in Amerika haben, wenn es sein musste, auch ihr Neugeborenes getötet, wenn sie fürchteten, dass man ihnen das Kind wegnimmt. Das MUSS etwas Archaisches sein, ein Trauma, das diese Behörden auslösen. Menschen, die Suizid begehen, weil sie ne Firma heruntergeritten haben. Oder aber auch ganz Grosse wie der Swisscom-Chef Döpfner, uups. Das muss aufhören. 

Alle haben es in der eigenen Hand. Ein Umdenken- und ein Um- beziehungsweise Zurück-Fühlen kann stattfinden. Das geht nur mit kommunalen Netzwerken, von Mensch zu Mensch. Ich habe das Gefühl, dass die Leute das spüren. Nachbarn sind wichtig, unsere persönlichen Beziehungen, Harmonie, ist wichtiger geworden als Geld. Wellness beziehungsweise Gesundheit einfach erkaufen zu wollen, ist ein Hohn. Die Krankenkasse macht mehr krank als gesund. Und Arbeit macht nur frei, wenn sie wirklich frei(willig) ist. Da hilft nur eins: Das  Geld, diese (Be)wertungs- und Verschuldungs-Illusion, muss aufgegeben werden. Lass los, was dich krank macht, was überflüssig ist. Schuldenschnitt, fertig, Schluss. Wenns sein muss: BGE und dann zack: Mauerfall, Staaten auflösen, hollari, ein veganes Kettensägenmassaker à la Schlingensief. 

Noch ein letztes Mal zurück zu Flaach: Gott sei dank, werden die Leute denken, die das Fest der Liebe mit Konsum-Medien-Glitzer-Ablenk-Raketen völlig zerstört haben, ist das NACH Silvester passiert. Wäre diese Sache um die Weihnachtszeit herum passiert, hätte sich das sehr negativ auswirken können auf die Erträge des Banken-Konsum-Schulden-Steuer(ungs)zahlungs-Furz-Systems. 

Der Staat ist inzwischen eine Firmenlandschaft, die auch Justitia, also die Gerechtigkeit, für wenig Geld, ähm, Raten auf Pump, und für viel Profit geleast hat. Pofitieren tun Banken und diejenigen, die uns mit Trash abfüttern, damit wir uns satt fühlen. Zu satt, um noch zu rülpsen. Wer sich jetzt gegen die Mauern der Festung und damit gegen einen "Mauerfall" bzw. eine Art Befreiung, die wir gemeinsam bestimmen können, stemmt, macht sich natürlich verdächtig. Aber das kennen wir ja. Auch Arschlöcher möchten mal nen Free Hug. 


Mein Lacher des Tages war heute ein Artikel auf der Front des "Tages-Anzeigers": 



Das Interview dazu klingt etwas anders: Man hätte resigniert, weil man zu wenig erfolgreich war gegen z.B. die Ndragheta. schluchz.... Ich bin überzeugt, dass diese "News" ein geplanter Stresstest ist für die Geduld der Leute, die noch die Zeitung, das Sprachrohr der Macht, lesen. Es ist das Hecheln des Staates um Verständnis für mehr Überwachung (nach den Tasern, dem Tränengas etc. demnächst auch mit Bodycams gegen das Volk). Denn Überwachung, das ist bestimmt auch statistisch erwiesen (wen schmieren die für ihre Zahlen?), sei doch "letztendlich effektiver" für die Kriminalitätsbekämpfung. Da kotzt doch der Ritter der Kokosnuss. Wo bleibt der Shitstorm? Sind wir denn total Stress-resistent? 

Der Staat, dieser Schnüffler bis in unsere Unterhosen, dieser Knilch, ist für mich ein grosser Gauner, der andere grosse Gauner deckt und die Kleinen dafür ausquetscht, sonst bleibt die Geldmaschine stehen. Wir müssen uns gut erden in der nächsten Zeit, ruhig bleiben und einfach präsent sein. Dass gelogen wurde, wussten wir alle. Und sehen Sie genau auf den Zeitungsausschnitt, erkennen Sie den nächsten Titel: "Ein lukratives Geschäft für die Menschenschmuggler". Wer macht hier das grössere Geschäft? Die Menschenschmuggler oder diese Grenzwachtfirmen, die mit modernsten Mitteln und Waffen zu verhindern wissen, wie einer über die "Mauer" steigt. Wie viel Technologie, Geld und Aufmerksamkeit wird hier reingebuttert, damit Flüchtlinge, die vor den Waffen fliehen, die wir selbst mit Steuergeldern und Wahlen abgenickt und bezahlt haben, draussen bleiben, in Lebensgefahr? Steuern, was steuern? Wer (be)steuert wen? Und vor allem wohin? 

Der oben stehende Zeitungsartikel ist also noch so ein Stresstest für den Noch-Leser. Wie auch die Panik in Sachen Pensionskasse, die vor kurzem geschürt wurde. Ganz besonders auffällig ist dieser Drang der Pensionskasse, die Möglichkeit der Verwendung der Pensionskasse für einen Hauskauf abzuschaffen. Wer soll dann die Häuser kaufen und wer braucht sie, wenn nicht der Bürger selbst? Wo ist das Recht auf ein Dach überm Kopf? Der UBS-Chef Ermotti ist schon einen Schritt weiter. Er kauft Wellnesstempel in der Schweiz. Wer soll sich dort erholen? Die Bundesanwaltschaft, die jüngst sozusagen zurückgetreten ist, ohne es zu sagen? Die habens wirklich nötig. Wir lachen weiter. Stresstest bestanden. Ein Aufstand wäre anständig. Das würde dem Stress ein Ende setzen, ich habe genug von Tests. Doch geschlossener Rücktritt seitens der Regierungen wäre die sauberste Lösung.

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* Achja, auf diesem Wege ein Gruss an Ray Coke, ich liess ihm heute eine Einladung in meine warme Stube zukommen. 

** Das sind harte Worte, die jemand in den Mund nehmen muss. Es schmeckt mir besser als Lügen. Ich bleibe bei meiner Wahrheit. 

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Youtube-Kommentar des Tages:
Das Wort Veganer kommt aus der Steinzeit und heisst "schlechter Jäger". Von T. E. Fletcher

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