Sonntag, 21. Dezember 2014

Polizei, dein Freund und Helfer?

Hier mal ein Ausschnitt aus der Polizei-Zeitung "Dreieck" (Bern), Ausgabe 2/2011. Genau diesen Tonfall, diese Einstellung gegen jegliches Aufbegehren, das im Keim unterdrückt werden soll, habe ich schon immer vermutet. Natürlich ist rohe Gewalt eine Sauerei, aber dass alle unter Generalverdacht gestellt werden, statt die Ursachen von Unmut zu betrachten, ist Unterdrückung pur. Dass die unten stehende Schreibe in dieser Form publiziert wird, zeigt, wie sicher sich diese Leute fühlen, indem sie für Unsicherheit sorgen und aufrüsten gegen einen imaginären Feind: das Volk. Leute, die Fragen stellen, werden mit Strafzetteln mundtot gemacht. Das System funktioniert nur noch mit Repression. 

Null Toleranz!

Liebe Kolleginnen und Kollegen
Das Verbrechen von Schafhausen
hat uns alle tief getroffen. Ein geschätzter Kollege, ein tüchtiger Polizist, einer von uns ist nicht mehr.
Wir werden Hansruedi Kühni nicht
vergessen. Wir denken an ihn, an
seine Frau, an seine beiden Töchter. Ihnen, allen seinen Angehörigen erbieten wir unser tief empfundenes Mitleid.
Der Polizistenmord geschieht ausgerechnet in einer Zeit, in welcher wir Verbände eine Kampagne
"Stopp der Gewalt gegen die Polizei" am laufen haben. Denn leider ist Gewalt gegen Polizisten heute
an der Tagesordnung.
Polizisten, aber auch Lehrerinnen,
RAV-Mitarbeiter, Telefonistinnen
der Steuerverwaltung oder Wildhü-
ter werden beschimpft, bedroht,
angespuckt, mit Steinen beworfen
oder mit Mistgabeln angegriffen.
Kolleginnen und Kollegen, das
muss aufhören. Und dass es ändert, das liegt in unserer Hand. Fürsolche Taten gilt: Null Toleranz! Wir
müssen konsequent jede Beschimpfung, jede Drohung gegenKantonspersonal zur Anzeige bringen.
Eine junge Polizistin hat mir kürzlich
gesagt: "du hast ja keine Ahnung,
was ich mir tagtäglich anhören
muss!". Auf meine Frage, wieso sie
das nicht konsequent melde, konsequent anzeige, meinte sie, dannhätte sie kaum noch was anderes
zu tun.
Liebe Freunde, das darf nicht die
Haltung sein! Ihr selber müsst euch
den Respekt verschaffen, den ihr
zu Gute habt. Stellt euch mal vor,
ihr würdet eine angetrunkene Automobilistin als Schlampe bezeichnen, die nun gefälligst ihren fetten
Hintern aus dem Wagen bewegen
soll. Ein Sturm der Entrüstung würde folgen! Wieso soll da eine Asymmetrie vorhanden sein? Wieso sollt
ihr euch das im umgekehrten Fall ungestraft bieten lassen?
Mein Aufruf: Null Toleranz! Ihr werdet sehen, das zahlt sich aus. DerVerband steht voll hinter euch. Meldet euch, wenn ihr Unterstützung braucht. Wir sind da.
Null Toleranz – für weniger Gewalt
gegen Polizistinnen und Polizisten! 

Herzliche Grüsse
Polizeiverband Bern-Kanton
Euer Präsident
Markus Meyer

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