Mittwoch, 2. April 2014

KLOMUNE: UFO? Nein, nur unidentifiziertes SBB-Sicherheitspersonal

Am Freitagabend holte meine Freundin K. ihre Schwester und zwei Neffen im Hauptbahnhof ab. Sie hatten eine lange Zugfahrt hinter sich und waren entsprechend erschöpft, aber dennoch ganz gut drauf. 


Sie warteten auf die S-Bahn. Die Kinder mussten dringend ins Bett. Da hatte die Gastgeberin K. die glorreiche Idee, dass sie sich doch für die letzten Minuten hinsetzen könnten, während sie warteten. K. machte es ihren kleinen, erschöpften Gästen vor und setzte sich aufs Sims der Rolltreppe. Die Kleinen setzten sich dazu und warteten friedlich, bis zwei Paar Springerstiefel auftauchten. 

"Stehen Sie bitte auf, hier dürfen Sie nicht sitzen", sagte einer der beiden. K. wehrte sich unerwartet. Wer hätte schon gedacht, dass zwei Frauen mit Kindern keine Befehle befolgen würden? "Wieso?", sagte K. "ich sitze immer hier. Und wo ist überhaupt das Verbotsschild?" Die Springerstiefel blieben hart. Das Verbot gelte, einfach weil sie es sagten. "Ich will das schwarz auf weiss sehen", polterte Weib K. "Jetzt stehen Sie endlich auf!", polterte der militantere Springerstiefel zurück. "Dann möchte ich Ihren Ausweis sehen. Wer sind Sie überhaupt, ich weiss nicht einmal, wie Sie heissen." 

Der Springerstiefel weigerte sich, seinen Ausweis zu zeigen und verlangte den Ausweis von K. "Wieso, Sie haben uns angesprochen, also sagen Sie erst einmal, wer Sie sind. Ich muss hier gar nichts. Tun Sie erst mal Ihre Arbeit. Sie sind verpflichtet, sich mir auszuweisen." Der Springer wurde ungemütlich, aber nur verbal. Da zückte K. ihr Handy und filmte die Szene. "So, jetzt sagen Sie mir mal in die Kamera, dass ich hier nicht sitzen darf und warum hier kein Verbotsschild ist." - "Sie dürfen uns nicht filmen, das ist verboten. Stellen Sie das Telefon ab." 

Dann kam endlich der Zug. K. stand auf und sagte: "Gut, das wäre erledigt. Guten Tag und auf Wiedersehen. Ich sitze übrigens immer auf diesem Sims, und Ihre Kollegen sind immer an mir vorbeigelaufen, ohne mich anzumachen." Tja, diese Anmache ging wirklich daneben. Neulich im Bahnhof Stadelhofen/Zürich wurde einer Behinderten das Handy aus der Hand geschlagen von solchen unidentifizierten SBB-Wesenheiten. Es gab an jenem Abend ein kleines Zugchaos und die Dame wollte nur eine Auskunft darüber, wie sie nun nach Hause kommt. Sie ist angewiesen auf Züge, die für Behinderte geeignet sind. Eine Auskunft gab es nicht, wohl aber eine schroffe Rede, worauf die Frau das Handy zückte.

Wir werden kontrolliert und dirigiert wie Zirkuspferde. Es reicht. Man hat das Recht darauf, dass sich solche Herren ausweisen. Und wenn sie es nicht tun, haben sie ein kleines Problem. Sicherheitspersonal ist ja schön und gut. Aber Leute anzumachen, weil den Herren langweilig ist, ist ne Schweinerei. Die sollen lieber die Gratiszeitungen in den S-Bahnen einsammeln. Auf den Dingern kann man höllisch ausrutschen. 

WAKE UP!

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