Mittwoch, 15. Januar 2014

KLOMUNE: Zivilcourage oder Bespassung?

Ich meine ja nur... Ist es nicht ein bisschen übertrieben, was sich diese Darth Vaders, ähm, ich meine diese Staaten so alles erlauben? Ganz klar ja, wenn man diese Zeitungsente mal unter die Lupe nimmt?

http://www.news.de/panorama/855491325/kampf-gegen-hundehaufen-neapel-will-dna-tests-fuer-hunde-einfuehren/1/


Da drinnen steht, dass Neapel DNA-Tests für Hunde einführen will, damit man später, im Falle eines liegen gebliebenen Hundegeschäfts, den Halter oder, wenn er denn sprechen, arbeiten und Steuern zahlen kann, den Hund selbst mit der Missetat und der gesalzenen darth-vaderschen Rechnung konfronTIEREN und vor allem bestrafen kann. Damit ist die Abschreckung perfekt. Natürlich erscheint uns das aus Distanz wie ein böser Scherz. Nein, der Staat will uns hier nicht bespassen, so lustig sich das Ganze auch anhören mag. Nein, der Staat erlaubt den täglichen Holocaust an Tieren, sei es in der Nahrungsmittel- oder der Pharmaindustrie. Und was am Tier "nur" erprobt wird, wird am Menschen irgendwann angewendet. Und wir stecken mittendrin und glauben, mit ein bisschen Bespassung könne man das alles wegstecken. 

Wer die DNA seines Tieres nicht archiviert haben möchte, muss gar eine Strafe zahlen. Die Wege in den Knast werden immer kürzer für diejenigen, die gerne an der frischen Luft spazieren gehen mit ihrem treuen Begleiter. Denn Hundehalter gehören selbst einer vom Aussterben bedrohten Art an. Was sie auszeichnet, ist, dass sie weder aufs Handy noch in die Gratiszeitung glotzen. Sie sind voll da, atmen frische Luft und haben Freude, zudem sprechen sie sogar manchmal - in der Regel mit dem Hund oder aber auch anderen Hundebesitzern. Um diesen Funken Normalität beneide ich Hundehalter. Wann habe ich zuletzt einen langen Spaziergang gemacht? Das muss nach Weihnachten gewesen sein. 

Darth Vader hat also mal wieder eine Ansage gemacht. Vader Staat ist unser Hundehalter, wir sind die Hunde. Und das Schwein (frei nach Beckett) ist eine Sau von einem Hundehalter. Er versteht uns nicht, er schlägt uns, legt uns ein Stachelhalsband um und sieht zu, dass er möglichst viel Profit machen kann. Das Ergebnis nennt er Demokratie. Wer etwas dagegen hat und sogar in Opposition geht, gilt als Querulant. 

Doch auch die heilige Demokratie hat einen saftigen Gegner, nämlich den Kommunismus. So kalt ist der Kalte Krieg gar nicht. Russland beziehungsweise der Kommunismus ist und bleibt ein Ablenkungsmanöver von der gelernten Ohnmacht, in der wir stecken. Ein Schattenboxen also. Das Ziel, dass niemand mehr hinsieht, wenn jemand zusammengeschlagen oder ohne Grund in den Kastenwagen gezerrt wird, scheint erreicht. Also haben wir hier dasselbe wie im bösen Russland. Provokationen à la Pussy Riot sind der falscheste Weg überhaupt. Und eine Femen-Aktion in Marokko ist oberdumm. Für den Tabubruch hätte in Marokko auch ein Auftritt in Omas Unterwäsche gereicht.

Vom Kommunismus zurück zur Demokratie. Wer sich hier die innere Opposition des Kontroll- und Abhörstaates anschaut, stolpert zum Beispiel in der Stadt Zürich über einige Wölfe, die sich im Schafspelz verbergen. Da wäre einmal die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch, gegen die man gar nichts haben kann, ist sie doch eine niedliche Salonschickse. Gut genug zum Vorzeigen, aber letztendlich ziemlich unscheinbar, ist sie doch nur ein Platzhalter. Dann gibts noch einen anderen Wolf, nämlich den mit den zwei F. Richard Wolff heisst der Polizeichef. Er ist denkbar links in der Smartspider ("Die schlaue Spinne", wie der "Tages-Anzeiger" einmal volltreffend titelte) anzusiedeln. Ja, und diese Smartspider ist so ein Diagramm, das mal eine deutsche Wochenzeitung vor ich denke mal etwa zwei Jahrzehnten erfunden hatte, in dem man anhand von Aussagen der Volkstreter, ähm, Volksvertreter sichtbar aufzeigen kann, wo im politischen Spektrum die Betreffenden stehen. Sehr smart, diese Demokratie. 

Heute brüstet sich die Firma Smartvote als Erfinder der Smartspider. Ja, es ist ja auch so beruhigend, die Dinge grafisch darzustellen. Die Interpretationen dazu liefert eigens der Eigentümer der Firma, Politgeograf Michael Hermann, gleich ins Haus Tamedia, das in Zürich und mittlerweile in der gesamten Deutschschweiz neben Ringier, glaube ich, die Medienhoheit besitzt. Hermanns "Analysen" sind einschläfernd und zielen darauf ab, das Wahlvolk im Dämmerschlaf zu halten. Auffällig ist auch, dass Hermann nicht nur für den "Tages-Anzeiger" schreibt. Nein, er tingelt überall herum. Das nennt man Medienvielfalt. 

Diese Kontroll- und Bewertungslust hängt mir persönlich aus den Ohren raus. Politik ist und bleibt ein Stachelhalsband. Und wir, das Volk, sind diejenigen, die endlich aufräumen müssen, sich organisieren im Kleinen, damit das grosse Ganze endlich in Harmonie kommt. Und so richtig Aufräumen geht nicht mit Kommissionen, Zahlendrehen und Abstimmen gehen, sondern das fängt bei einem selbst an. Wer die Spielchen von Darth Vader durchkreuzen möchte, holt sich eine Portion Zivilcourage und Geschmeidigkeit. Das ist fürs Erste einmal genug, um Vader aus dem Weg zu gehen, statt ihm permanent Nahrung zu geben. Sonst wäre der Film doch gleich zu Ende, oder? Wer die Zivilcourage genügend beherrscht, geht in den Modus "ziviler Ungehorsam" über. Ziviler Ungehorsam bedeutet nicht gleich Konfrontation, sondern Bereitsein. Immer die Handykamera anschalten, wenn jemand festgenommen wird, Fotos machen, Zeuge sein und helfen, wenn der Bauch sagt: "Deine Hilfe wird jetzt wirklich gebraucht!"

Die Schlammschlachten der kleinen Platzhalter in der Politik sind es nicht wert, auf Klopapier festgehalten zu werden. Oder interessiert es Sie, dass Herr Mörgeli behauptet, er wisse von nichts, während Frau Ritzmann (hihi) behauptet, sie hätte vor 20 Jahren eine Affäre mit ihm gehabt? Das tut doch einfach weh. Wen geht das etwas an? Die Medien greifen (wieder einmal) ins Klo. Oder interessiert es Sie vielleicht, warum Edward Snowden in Russland weilt, während Obama täglich fünfmal in Richtung Mekka betet? Mich interessieren höchstens Snowden und Julian Assange. Und ich möchte wissen, welchen Gestank die Hundescheisse-Jäger von Neapel diesmal übertünchen möchten... 

"Get up, PIG!" (Beckett)



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