Dienstag, 31. Dezember 2013

KLOMUNE: Alfa-Beet kann ich auch


So, der Jahreswechsel steht vor meiner Tür und allerlei Gedanken zum vergangenen Jahr wuseln in meinem Kopf. An dieser Stelle findet sich alles, was war und was immer ist und sein könnte, alphabetisch geordnet natürlich, schliesslich sind wir in der Schweiz, wo die "besseren Deutschen" alles bis ins Detail planen, herumrechnen ("Das Geld muss stimmen!"), regulieren und trotzdem ängstlich herumlaufen, als ob die Welt jeden Moment untergehen könnte.

Das Bleigiess-Set ist bereit. Morgen Abend begehe ich mein traditionelles Silvester. Das heisst konkret, dass die Mina eine ganze Flasche Schampus trinkt und den Jahresrückblick von Urban Priol ("Tilt!") auf Youtube anguckt (siehe unten).

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Anonymous
Neulich habe ich so einen dämlichen Film gesehen, da hats mir gedämmert: Irgendwann bekommt irgendjemand die richtigen Schlüssel in die Hand, um dieses System zu rebooten und uns unsere Rechte, Gefühle und Echtheit zurückgeben. Und von diesem Jemand steckt in jedem von uns ein Stück. 
Aber von Anonymous habe ich momentan die Faxen dicke. Im Februar hielt mich eine hässliche Geschichte in Atem, bei der es um einen Minderjährigen Hacker aus New York ging. Er wurde das Opfer von Cybermobbing. Und da er mit Computern gut kann und ein paar Freunde sich nicht abschrecken liessen und zu ihm hielten, mobbte er mit seinen Kumpels ordentlich zurück. Bei einigen Skype-Konferenzen mit den Beteiligten kristallisierte sich heraus, dass Anonymous unterwandert ist von einem mutmasslichen Pädophilen- und Porno-Ring, der immer mehr Anonymous-Seiten (auf Facebook) claimt. Hässliche Geschichte.  

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Brot und Brüste
Das ist doch mal ne erfrischende Kombination. Brot ist wie ein BH: Es ist zum Stopfen da und für sonst gar nichts. Brot füllt den Magen und setzt sich an den unschönsten Stellen im Körper ab. Wer mich kennt, kennt auch meine Brot-Litanei. Brüste dagegen sollten möglichst gross sein. Aber man sollte Masse nicht mit Klasse verwechseln. Kleinbrüstige Frauen geben nämlich mehr Milch als die grossen Brotkörbe...

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Carlos
Ein Schandfleck für das Schweizer Fernsehen und die Schweizer Medienlandschaft. Darum wird er weiterhin und unter den ungünstigsten Bedingungen festgehalten. Daher machten er und seine Eltern einen Hungerstreik. Respekt! Ich freue mich, dass sie wenigstens zusammenhalten. 

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Chapulling
Siehe Erdogan, auch: Name der Krisenmode-Kollektion von Minaretta (under construction).

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Choleriker
Das sind Menschen, die Unrecht nicht ausstehen können. Und Menschen, die noch einiges zum Loslassen haben. Take it easy, man! Let's go bowlin'! Siehe Loslassen.

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Disziplin
Das war mein Thema dieses Jahr. Ich hatte keine Disziplin, so sehr ich es auch versuchte. Dann nahm ich Bachblüten, und siehe da: Es ging wieder!

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Eleganz
Sport ist eine Übung für Eleganz. 

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Erdogan
Der türkische Schnauzträger ist einer meiner Favoriten. Aber Merkel steht über ihm. Das muss man der (Deut)schlandketten-Trägerin schon lassen... Ja, ich habe hier absichtlich einen Fehler eingebaut. Im Blog darf man das. Oder wie bescheuert und unverständlich sieht das denn aus: (Deut)Schlandkette? Da kommt man gar nicht darauf, dass hier das dritte Reich gemeint ist. Ähm. Zurück zu Erdo-gone: Er bezeichnete die Demonstranten als Lumpenhändler (Capulcu; bzw. in Anlehnung an Charliechaplin nennen sie sich selbst: Chapulling). Ich mache aus der Not eine Tugend und arbeite an einer Chapulling-Kleiderkollektion für Krisenzeiten. Denn die kommen ganz sicher. Lernt, so schnell ihr könnt! Lernt Nähen, Malen, Dachdecken, kochen  oder Küssen. Lernt einfach! 

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Feminismus
Das älteste Gewerbe der Welt. 

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Feuerwerksfabrik Oberried, Schweiz
Tja, diese Fabrik ging in die Luft. Es geschah im September 2013. 1 Toter. In China passiert so was öfter. Spenden ist besser als Böller. Brot statt Böller! 

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Fukushima
Am 11. März 2011 ging die Welt in die Luft. Irgendwann wird der Geigerzähler auch in unseren Gefilden knattern und ausschlagen. Die Piranhas sind sauer auf die Radioaktivität in den Gewässern und beissen neuerdings Touristen. Gut so! Es kommt alles zurück. Den Letzten beissen die Haifische. Das Meer ist wie ein Fondue chinoise. Wen sollen wir reinwerfen? 

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Goldkleid
Ja, ich hab eins. Und Goldschühchen auch. Schliesslich bin ich ja so wahnsinnig reich. 

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Kinder
Ein ganz wichtiges und leider auch politisches Thema, wenn sie ungeboren sind. Nur noch nervig, wenn sie auf der Welt sind. Okay. Also ganz ehrlich: Diese Welt ist nicht einmal Erwachsenengerecht, wieso sollte man das hier auch noch Kindern zumuten? Fangt bei euch selbst an, statt ständig eure Fick-Satelliten in eine Welt zu stellen, die ihr selbst ohne Rücksicht zertrampelt. Seht in den Spiegel und lernt euch kennen, arbeitet an euch selbst. Fragt euch täglich: Bin ich wirklich ehrlich? Oder verdränge ich etwas? Arbeitet magisch und begreift die Regeln des Universums. Ist euch nicht klar, dass die nächsten Generationen noch verkümmerter werden, wenn man nur funktioniert und Schäfchen zählt? 

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Loslassen
Die Vergangenheit bekommt nur so viel Macht, wie du ihr gibst. Lass sie in einen Fluss gleiten, davonschwimmen. Und wenn sie zurückkommt, wiederholst du das Ritual. Alle paar Tage oder Jahre. Je nach Bedarf. Kleiner Trick: You have to collect good memories. Und: Scheitern gehört dazu. 

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Milchpulverskandal, der neue von Nestlé
Den hatten wir in China vor drei oder vier Jahren. Gestrecktes Milchpulver, tote Babys gabs glaub ich auch. Aber: Heute las ich im Desinformationsmedium Zeitung, dass Krankenhäuser bestochen wurden, um Neugeborenen Milchpulver zu verabreichen, damit sie an die "Droge" gewöhnt werden. Dazu aus dem Tages-Anzeiger vom 31.12.13: 
"In die Schlagzeilen gerieten auch andere ausländische Firmen. Der britische Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline soll Ärzte in Krankenhäusern über Reisebüros geschmiert haben, um seine Umsätze anzukurbeln. Chinesische GSK-Manager wurden im Sommer festgenommen. Der Milchpulverhersteller Dumex, der zum französischen Danone-Konzern gehört, wurde beschuldigt, Krankenhauspersonal bestochen zu haben. Ärzte und Schwestern sollten als Gegenleistung Neugeborenen nach der Entbindung ohne Kenntnis der Mütter Milchpulver verabreichen, um die Kinder frühstmöglich daran zu gewöhnen." 
Danone gehört übrigens zu Nestlé. Man wagte nur nicht, den Namen auszusprechen. 
Mehr: siehe Wistleblower und Nahrungsmittelspekulation.

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Nachbarn
Das sind diejenigen, über die man sich nicht, aber auch gar nicht aufregen sollte. Selbst wenn sie bis drei Uhr morgens in ihrem Crevettengrill (Whirlpool) Party machen und das Schliessen der Fenster gar nix bewirkt. Ganz ruhig bleiben. 

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Nahrungsmittelspekulation
Spekulatius hat Acrylamid, Chips haben Acrylamid, frittierte Nahrungsmittel haben alle Acrylamid, die neue Krebsschleuder. Solches "Fertigfutter" dominiert unsere Verteiler. Frische Nahrungsmittel sind grundsätzlich teurer. Aber ihre Konsumenten sehen doch irgendwie gesünder aus. Ob sie auch im Kopf gesund sind? Sind Wurstfresser intelligenter? Das steht auf einem anderen Blatt. 
Dieses Jahr wurde massiv für genfreie Nahrung demonstriert. Welche Medien haben dazu berichtet? Pussy Riot war ihnen wichtiger. 
Wer eine Kundenkarte bei Migros und Coop hat, muss damit rechnen, dass seine Daten verkauft werden. Jüngst geschehen in der SonntagsZeitung, wo Statistikergebnisse anhand der Kundendaten von Migros' Cumuluskarten verwendet wurden, um uns darüber zu "informieren", dass die wehrpflichtigen Männer in den Kantonen, wo der meiste Junkfood gekauft wurde, übergewichtig sind. 1. Kann man sich das nicht denken? 2. Wen interessiert das? Natürlich die Dunkelmächte, die ziemlich scharf sind auf knackige Soldaten, um ihre (Kriegs-?)Gelüste zu befriedigen.

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Occupy
In den USA eine sehr fortschrittliche, herzliche und gut organisierte Bewegung, die nur mal die Schneise baut für eine neue Welt. In Europa hinkt man hinterher. Occupy ist der Vorbote, die Bühne, auf der das Theater der Zukunft spielt. 

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Pleitegeier
Er ist ein Hoax. Siehe Schuldenschnitt.

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Schnäppchen
Das Schnäppchen- oder Geiz-ist-geil-Gehabe ist eine veraltete Attitüde aus dem 21. Jahrhundert auf dem Planeten des falschen Dampfers. Es war populär bei der ungebildeten Unterschicht, wobei man noch ergänzen muss, dass es durchaus ab und zu Nachbarn gab, die im Whirlpool Garnelen frittierten, mit ihrem Hummer die Riviera hinunterbrausten und Jachten und Jagdtrophäen sammelten. Beide Fraktionen, sowohl die von der armseligen "reichen" Seite als auch die Vertreter des Geiz-ist-geil-Gehabes hatten etwas gemeinsam: Sie waren in vieler Hinsicht ungebildet, emotionsgestört und egozentrisch. 

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Schuldenschnitt
Es könnte so einfach sein. Von vorn anfangen, ohne zurückzuschaun. 

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Snowden, Edward
Ich mochte ihn zuerst überhaupt  nicht. Er sieht nämlich aus wie ein Arschloch von einem Typen, den ich mal kannte. Aber das hat sich im Laufe des Jahres verändert. Edward Snowden hat seine Pflicht getan, weil er einsah, dass es so etwas wie eine Privatsphäre gibt. Neugier ist okay. Aber einem aus der Privatsphäre einen Strick zu drehen, ist schon oberfaul. Wer etwas von mir wissen will, soll mich einfach fragen. Ich bin immer ehrlich. Interessant wirds, wenn man darüber nachdenkt, warum die uns ausspionieren. Ich glaube, sie bereiten eine Menschenjagd vor. Die Särge stehen bereit. Leider wurde ihr perverses Spielchen durchkreuzt von der Wahrheit. Know your enemy.

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Textilindustrie
Baumwolle wird knapp, die Textilindustrie ist eine einzige Schweinerei. Sie schädigt die Gesundheit der Arbeiterinnen und der Lohn ist obermies. Abhängigkeit, Krankheit und auf der anderen Seite ein bodenloser Profit. Wegwerf-Shirts sind peinlich. 

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Verrichtungsboxen
Hier wird Sexualität systematisch zerstört. Das ist ein grosses Geschäft in erster Linie auf Kosten der Frauen und auf Kosten der Menschheit. 

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Whistleblower
Whistleblower erzählen nichts Neues. Was hier so geschieht, kann man sich an fünf Fingern abzählen. Die Weltbevölkerung ist zu gross, der Planet ist zu klein, da muss die Melkmaschine ran. Wir werden gemolken bis zum Gehtnichtmehr. Wir sollen kaufen, wir sollen Gift fressen (in Textilien, im Lippenstift mit Tierversuch drin, in Pillen für erfundene Krankheiten) und verrecken. Am besten ganz elendiglich, damit die Krankenhäuser genug zu tun und die Labore genug Probanden haben für ihre tollen Medikamente, die zum Schluss an hoffnungslosen Kranken getestet werden. Vom Profit kaufen sich die armen "Reichen" eine Privatinsel. Eines Tages werden sie feststellen, dass es da so ganz allein ziemlich langweilig ist und dass ihnen was fehlt.


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