Donnerstag, 20. Juni 2013

Klomune: Was mir so durch die Glühbirne geht...



Menschenskinder, seit Wochen hält mich Istanbul in Atem. Und heute kommt so ein hochheiliges Channeling rein, in dem steht, dass Obama eine Lichtgestalt ist, die man einfach nicht machen lässt, und dass die Unruhen in der Türkei nur ein Ziel haben: Die Schwächung des Landes, um den Mittleren Osten unter den Nagel zu reißen. 

Bei den Interessenten handelt es sich wieder einmal um die Illuminaten. Und die, tja, die dienen dem großen Nichts. Sie sind Marionetten von Kräften, die gar kein Ziel haben. Sie kommen aus dem Chaos. Dran bleiben, Frieden installieren, sage ich da. 

Ich verstehe den Unmut der Türken. Das (Bier-)Fass ist einfach übergelaufen. In der Türkei wurde es verboten, in der Öffentlichkeit Zärtlichkeiten wie Küsse auszutauschen. Die letzte Grünfläche in Taksim sollte einem Einkaufszentrum Platz machen und das Atatürk-Kulturzentrum sollte irgendeinem Prachtbau weichen. Zudem schenken sämtliche städtische Kneipen keinen Alkohol aus. In Beyoglu, einem Künstlerviertel, dürfen die Musikbars draußen schon lange keine Musik mehr spielen. Eine Islamisierung ist das Letzte, was die Türken wollen. Der Mann muss endlich die Zeichen der Zeit erkennen und entweder sich radikal anpassen oder seinen Job kündigen. 

Die Brutalität, mit der die Polizei auf Geheiß von Erdogan vorging, ist zu ahnden! Sowieso kommt alles zurück. Es macht mich ratlos, wenn ich sehe, wie verblendet religiöse Menschen sein können. Das ist eben das Grundkonzept von Religiösen: Sie lassen Gott machen. Und wenns ihnen nicht passt, machen sie andere platt, denken sich Verbote aus und verletzen Persönlichkeits- und Menschenrechte. 

Erdogan, dein Parteisymbol, die Glühbirne, brennt ganz schön schwach. Und deine Schäfchen sind in Wirklichkeit arme Schweine. 


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