Montag, 31. Dezember 2012

Klomune


Neujahrsansprache an die Nation of Love

Das Jahr, das in ein paar Stunden hinter mir liegen wird, war so bewegt wie ein mittelgrosses Fukushima und so gehaltvoll wie eine südafrikanische Diamantenmine. Vorsicht, das Wichtigste kommt weiter unten. Ich beginne mit einer süssen Nebensächlichkeit: Obwohl ich Veganerin bin, wurde ich von einem Tier zum Frauchen ernannt (Es ist ein Kater, er bekam gleich den Namen Prinz, weil König ist schon besetzt) und begann sofort, Fleisch anzufassen und es zu Futter zu verarbeiten. Warum? Weil ich handelsübliches Katzenfutter für reines Gift halte. Ganz zu schweigen von Trockenfutter! BARFen nennt man das, was ich mache. Fleisch kochen, Taurin rein, bisschen Salz, Gemüse und gemahlene Eierschalen, das Ganze zerkleinern und einfrieren. Korrektur: Taurin wird erst beim Füttern hinzugefügt. Eine Messerspitze genügt.


Geburt der Zeitung "El-Occupy"

Grosse Freude herrschte, als ich endlich das Ei legen konnte, auf dem ich 8 oder 9 Monate herumgebrütet hatte. Nach monatelangem Warten auf ein paar Aktivisten, die mit mir eine Zeitung NICHTmachen wollten, aber das Gegenteil behaupteten, fasste ich mir ein Herz und ruinierte mich vollends*: Ich besorgte mir einen nagelneuen A3-Laserdrucker für die "Unabhängige Occupy-Zeitung El-Occupy". Gut und ungern wartete ich fast 2 Monate auf die Lieferung des guten Stücks. Der Satiriker der "El-Occupy", Comiczeichner Alex Macartney, beteiligte sich solidarisch an den Kosten. Und wir warteten. Ich wollte aber nicht länger warten. Kuba wartete auf mich. Monatelang hatte ich geschuftet, um mir den Flug und den Rest zu leisten bis zum Leistenbruch! Als der Tag kam, verpasste ich doch glatt den Flug! Kuba war teuer. Kuba war heiss, vor allem im Santeria-Kloster in Havanna, wo die Aircondition nicht funzte. Dann kam noch Hurrikan Isaac, der meine Strandtage auf 4 verkürzte. Einige Wochen später wurde die Insel von einem viel schlimmeren Sturm verwüstet.

Zurück aus Kuba, zurück in der Schweiz, in Zürich, zurück am Arbeitsplatz, viel zu nah an der verdorbenen Medienwelt, erfasste mich die Schwermut. Was mache ich hier? Warum habe ich nicht mehr Zeit für mein Baby, die Occupy-Zeitung? Warum sind Kinder so teuer? Es kamen "El-Occupy"-Zückerchen, die mich trösteten. Tolle Interviews, der Drucker, der halbwegs funzt, und die Aussicht, im hohen Alter noch Indesign zu lernen, halten mich bei der Stange. Und dann ist da noch das zweite Buch, das ich schreibe, und eine Auftragsarbeit. Aber auch hier: keine Zeit, weil zu wenig Geld. Werde ich es schaffen, da rauszukommen, um für meine Schreiberei dazusein?

Was 2013 auf mich zukommt (nämlich die Tarotkarte KUNST), wünsche ich auch Ihnen, werte Leserin, werter Leser. EIN TOLLES JAHR. Ein anregendes Jahr. Ein Jahr der Veränderung, der Integrierung von Veränderungen, des Zu-sich-Kommens. Ein Jahr der Zeit, der Achtsamkeit, der bedachten Schritte ins neue Zeitalter.


Am 8. März 2013 ist Sexboykott!

Noch ein kleiner Ausblick auf 2013: Am 8. März ist internationaler Frauentag. Alle Frauen, Huren und andere Krankenschwestern (für das (un-)"Wohl" der Männer war schon viel zu lange gesorgt) werden einen Sex-Boykott** machen wie die Kenyanerinnen es 2009 vormachten und dieses Jahr auch die Togoerinnen. Sex ist unbezahlbar, gratis und freiwillig und ein spiritueller Akt, vollzogen in  bedingungsloser Liebe. Alles andere zerstört die Seele. Verabschieden wir uns ohne Wimpernzucken von Machtmissbrauch!  Was kürzlich in Delhi passiert ist, brachte das Fass zum Überlaufen. Dass Demonstrantionen gegen Vergewaltigungen verhindert und niedergeschlagen werden, ist nur ein Ansporn, weiterzumachen! Auch meine Sperrung auf Twitter wegen meiner Aufforderung zum Sexboykott ist ein Ansporn. Jetzt erst recht! Apropos Twitter: Ich habe gerade auf Twitter gehört, dass Angela Merkel in ihrer Silvesteransprache den Deutschen ein schwieriges Jahr prophezeien würde. Ich prophezeie Angela Merkel ein schwieriges Jahr! Möglicherweise endet sie wie Mittney Rumpfsteak***: Verwahrlost und unbedeutend überwacht der Nichtgewählte die Renovation seiner Villa. Ansonsten hat er nichts zu tun und nichts zu melden. Gerade fällt mir Oskar Lafontaines komische Einfahrt ein. Der hat ja eine Wahnsinnsauffahrt, ein fettes Tor vor der Villa. Wohnt er immer noch dort, etwa mit Sahra Wagenheber, der Scham-Offensive der Linken? Und was macht eigentlich Christian Wulff, der Schnäppchenjäger? Vergessen Sie ihn. Und Gauck auch. Hartz IV, Gauck-Behörde, Rösler-Schlappe und das alles ist doch reines Kasperletheater.

Ich wünsche meinen Leserinnen und Lesern ein glanzvolles 2013, achtsame Schritte und dass Sie Fragen stellen. Es geht nicht um die Antwort...

Herzlich
Minaretta


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* Ein Benefizkonzert auf dem Kasernenareal Zürich von Hanfueli and the Canabislis im Juli brachte zwar Spass, aber leider kein Geld in die Kasse.
*** Mitt Romney ist gemeint, Vorsicht, Satyre!

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